Bayerisches Auswahlteam erkämpft 3. Platz beim Länderpokal 2011

laenderpokalbronze.jpg - 29.93 KbAuch 2011 beendet Bayern den topbesetzten Wettkampf mit einem hart erkämpften Sieg im Spiel um Platz 3. Noch kurz vor dem Turnier konnte man diesen Erfolg nicht einplanen, denn mit Hessen, Berlin, Niedersachsen und dem Saarland waren Gruppen- und Finalspiele gegen hochklassige Gegner auf ungeliebten Auswärtstischen absehbar.


Schon der Auftakt am Samstag gegen Baden-Württemberg gestaltete sich als Arbeitssieg, bei dem Bayern trotz besten Vorsätzen einen frühen 3-9 Rückstand hinnehmen musste. Durch konsequent und trocken abschließende Herren und souveräne Damen wurde das Spiel zwar mit 17-11 gewonnen, doch so richtig rund lief für niemanden der acht Auswahlspieler/innen Christian Heber, Florian Heuschmid, Asimenia Kiroglou, Thomas Przesdzink, Johannes Schramm, Jürgen Siebenrock, Josefine Weinrich und Hubert Weyer.

 

Das zweite Vorrundenspiel gegen Bremen war spielerisch und emotional kein Highlight: Hitze, Flachdach, Regen und ein volles Haus sorgten für ein unerträgliches Klima und wenig Spaß am Spiel. Die ambitionierten und sehr netten Bremer wurden von der wesentlich routinierten bayerischen Mannschaft deutlich mit 21:7 besiegt.

Im dritten Spiel auf Soccertischen ging es gegen Niedersachsen und damit gegen vier Nationalspieler/innen und damit auch gegen einen der Titelfavoriten. Bayern fehlte in diesem Spiel ein richtiges Startsignal: Trotz Führungen bis kurz vor dem Ende hagelte es anfänglich einige Unentschieden, bevor die konsequenten Niedersachen bis zum 19:9 davonziehen konnten.

Der Stachel der Niederlage saß natürlich tief, da weder das Ergebnis noch die individuellen Leistungen des letzten Spiels den hohen Ansprüchen der Bayern entsprachen. Im letzten Gruppenspiel sollte es jetzt gegen Hessen gehen … die Hessen, die seit zwei Jahren Bayern aus dem Halbfinale werfen und sich im Anschluss den Titel sichern.

Angst hatten wir keine und nicht mal Pessimismus machte sich breit. Wir wollten den Sieg, waren 100% motiviert und glaubten durch die tornadoerfahrenen Spieler an die Chance auf wichtige Punkte am ungeliebten Auswärtstisch. Und kurz darauf .... nach einem 0-16 hatte Hessen gewonnen. Kein Bayer fand zu seinem Spiel, während wirklich jeder einzelne Hesse überragende Leistung zeigte.  Was für ein ärgerliches Ende des ersten Tages.
Richtig gutes Essen in einer Pizzeria und positives Einstimmen auf die Hauptrunde machten jedoch Mut auf Besserung am Sonntag.

Spätestens bei der Ankunft am Tag der Finalrunde waren auch alle negativen Ergebnisse des Vortages aus den Köpfen verbannt. Der Gegner im Viertelfinale sollte die Inkarnation des Wortes Angstgegner sein: Das Saarland auf dem extrem ungewohnten Bonzini. Bayern war diesmal von Anfang an im Spiel und selten hat ein Team mit ähnlich viel Selbstvertrauen und einer Kombination aus Konzentration und Kampfgeist gespielt. Wir zeigten erstklassigen Soccer und erarbeiteten uns Siege am Bonzini. Das Resultat war ein überraschend deutliches 16:4 für uns.

Das anschließende Halbfinale gegen Hessen verdient nicht viele Worte. An der Einstellung lag es sicher nicht und viele Niederlagen gab es durch knappe 4-6 Ergebnisse. Doch Hessen war das ganze Wochenende im Rausch. Wir unterlagen, trotz teils ansprechender Leistung, nach einem 2-2 Start am Ende 3:15. Das gleiche Ergebnis, mit dem sich auch Berlin im Finale geschlagen geben musste.

Das Spiel gegen Hamburg um Patz 3 war für uns eine ziemliche Überraschung. Um in das kleine Finale einzuziehen, mussten die Hansestädter zuvor die nominell unbesiegbaren Niedersachsen schlagen, bevor sie im Halbfinale gegen die Berliner Tornadospieler unterlagen. Doch in diesem Spiel war das Momentum voll auf der Seite Bayerns. Wir hatten die Niederlage im Halbfinale sofort abgehakt und weigerten uns ohne Medaillen heimzufahren. Während die bayerischen Herren nur einen kleinen Vorsprung herausspielten, sorgten unsere Damen nicht nur für optische, sondern auch für spielerische Highlights und holten 7 von 8 möglichen Punkten nach Hause. Mit einem 16:8 holte der BTFV damit zum dritten Mal in Folge die Bronzemedaille.

Ein gelungener Abschluss nach einem mittelmäßigen Vortag und tolles Erlebnis mit einem klasse Team. Die Heimfahrt von bis zu 700km fiel mit Edelmetall um den Hals dann doch nur halb so schwer.

Zum Abschluss noch einige  kulturelle Erkenntnisse des Länderpokals in Kurzform:

  • Passauer Kickerspieler zählen: Oanser, Zwoar, Kombi
  • In manchen Regionen liegt die Bedeutung von Worten in der Aussprache: Noaah kann für ja und nein stehen
  • Wirklich jeder versteht den Dialekt von Johannes Schramm… nur Niederbayern verstehen kein Wort
  • Spieler aus einer vorurteilsbehafteten Region zählen tatsächlich die Nudeln auf dem Teller

Bericht von Florian Heuschmid
 

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